Anmelden

meinabenteuer.ch

Olivier Staub's Abenteuer

17
243

EIN TAG IN AMAZING I-SAN

Es ist fünf Uhr, der Wecker lautet uns aus dem Schlaf. Die letzten paar Stunden schliefen wir tief, den das Thermometer sank in den frühen Morgenstunden auf 28Grad. Schnell packen wir das Moskitonetz zusammen, schnüren die Tasche auf den Traili und streichen die exponierten Stellen mit Sonnenschutz 20 ein. Drei Stockwerke müssen wir das Gepäck und Tandem runter tragen. Aus irgendeinem Grund kriegen wir Falangs immer die obersten
Zimmer.
Es ist sechs Uhr und fängt bereits an zu dämmern. Während Carmen am Stand nebenan noch Wasser auftreibt wird Olivier von Ritschka Fahrern umringt, alle bestaunen das Tandem und lachen über den Traili sowie die Haare an Olivier’s Beinen. Sie kommen mit ihren tollen, hinten elegant runden Gefährten angefahren, obschon sie den ganzen Tag im Sattel sitzen, sind die Beine Stecken dünn!
Wele yoo flom? Howa mauschh Gaggalian Baht? (Wieviel Fahrrad in Baht) 10’000 Baht (400 sFr.) Ohh…. No haevv Thailand! Veli Gud! Tschopp! (Sehr gut) veli naeiss! Wehl yoo goww? Aus dem Hotel kommen zwei junge Frauen in Trägershirt und Jeans, für sie ist die arbeitsame Nacht vorbei, während die Arbeit für alle Anderen erst gerade beginnt, sie schwingen sich auf das Mofa, für einen Moment wissen die Ritschka Fahrer nicht was nun interessanter ist, die Falangs mit Gagailan oder die zwei Girls, die mit einem zum Job gehörenden Lächeln davon brausen. Unsere Wasserflaschen sind gefüllt, so fahren auch wir los.
Auch die Mönche in Ihren Orangen wehenden Tücher, sind schon unterwegs von Haus zu Haus, um Essen zu sammeln. Die Frauen, meist die älteste des Hauses, sind bestimmt schon seit vier Uhr auf um den Mönchen zu kochen.
Die Übergabe des Essens ist eine Zeremonie. Die Frau zieht die Schuhe aus, legt die Gaben in die Schale des Mönches, und kniet mit zusammengelegten Handflächen auf die Knie. Der Mönch gibt den Segen und geht weiter. Sie steht auf schlüpft in ihre Zehenbeisser Schuhe und wartet auf den nächsten Mönch.
Auch beim Markt ist schon Vollbetrieb, wir kaufen zwei Jasminkränzchen mit Rosenblüten, und hängen je eines über den vorderen und hinteren Lenker. Jetzt ist es bereits genügend hell, dass wir die Sonnenbrille aufsetzen können und es richtig los gehen kann. Unsere Beine sind noch steif vom Vortag, sie wollen noch nicht so richtig rund drehen, bis wir aus der Stadt raus sind läufst aber schon gut. Noch eine letzte grosse Tankstelle, ein Pi-Pi halt auf dem dazugehörenden WC und wir sind aus der Stadt raus.
Vor uns liegt eine Schnurrgerade Strasse welche über einige Wellen im Horizont verschwindet. Gegen zehn Uhr wird die Strasse schon in der Hitze flimmern und ein verzehrtes Bild des Horizont entstehen lassen. Sie führt über endlos erscheinende braune trockene abgeerntete Reisfelder. Es riecht nach Eukalyptus Bäumen und dem Rauch vom abbrennen der Felder. Fast hat man das Gefühl in Australien zu sein, doch wird die Einöde ab und zu durch ein Wasserloch, bedeckt mit rot blühenden Lotusblüten unterbrochen. Die schwarzen Wasserbüffel welche um diese Jahreszeit arbeitslos sind, tummeln sich im Schlamm und geniessen schmatzend das letzte grüne Gewächs beim Tümpel.
Wir Überhollen ein Ochsenkarren der gemächlich ins Nichts raus zu fahren scheint, aus dem Nichts kommen uns Überlandbusse und Kinder in Schuluniformen, wie man sie aus England kennt entgegen. Auf einem Feld nahe eines Flusses setzen Frauen verhüllt mit Tüchern und spitzen Vietnamesischen Hütten neue Reissetzlinge die einen giftig grünen Kontrast
zur sonst so trockenen braunen Landschaft bilden.
Schon bald taucht ein Schild auf “Ban Mahe Kok “ Ban steht für Dorf, wir hoffen auf ein bereits offenes Ständli und werden fündig. Ein Blick in die verschiedenen Töpfe, alles Fleisch! Wir bestellen Gebratenes Reis (Khao Pat Pack) und eine Flasche Wasser, setzen uns auf die Plastikgartenstühle und schauen den streuenden Hunde zu die am Strassenrand liegen, ohne sich um die vorbeirasenden Autos zu kümmern. Doch als wir vorhin so leise daher kamen erschraken sie mächtig, vor allem ab dem Traili, der da hinter uns her gefahren kommt erschrecken sie jeweils und springen aus ihren Träumen eines flohfreien Leben direkt auf die Beine (vielleicht ist es ja auch Fant der hinten wiedermall Faxen macht. Nun sind sie auf der Suche nach einem Morgenhappen, während wir unsere Bäuche mit Reis stopfen. 35Baht (1.25 sFr.) kostet das Morgenessen, wir schwingen uns beobachtet von den Leuten auf das nach Jasmin duftende Tandem und verduften.
Ausserhalb bei einer kleinen Steigung sitzt eine dünne grüne Schlange auf unserer Strassenseite, hebt den Kopf in die Luft und streckt uns frech die Zunge raus. Wir entscheiden uns sie in einem grossen Bogen zu umfahren. Es klappt während die Schlange uns verblüfft (ab Fants Faxen?) nachschaut. Sie ist rechtzeitig zum Chinesischen neuen Jahr erschienen welches nach dem Jahr des Drachens im Zeichen der Schlange steht. “HAPPY CHINESE NEW YEAR”.
Einige Kilometer mehr trockene Landschaft und einige Stops mit kühlen Sojamilch später, erreichen wir den nächsten Übernachtungsort. Noch etwas ausserhalb überholt uns ein Tuk-Tuk (Töf-Rickscha), ein kurzer Sprint und wir halten uns am Gestänge des Aufbaus fest. Drei ältere Frauen die darin sitzen, lachen uns mit einem lauten Kichern und breitem Grinsen, dass ihre Augen zu einem noch dünneren Schlitz zusammenzieht an. Die letzten drei Kilometer geht es so zügig, fröhlich, ohne zu pedalen in die Stadt. Um das Hotel zu finden fragen wir auf dem Bahnhof einen Beamten der sogar Englisch spricht, er zeigt uns genau den Weg, den hier ist nichts auf Englisch angeschrieben, aber wenigsten können wir die Zeichen welche Hotel bedeuten lesen. Als wir das Tandem und Gepäck auf dem Zimmer haben fragen wir uns, erst Schlafen oder Mittag essen? Sicher erst Duschen und dann haben wir Hunger, so verschieben wir das schlafen auf die heissen Nachmittagsstunden.
Am späteren Nachmittag sehen wir uns noch einen Khmer Tempel aus der Angkor Zeit an, essen zum z’Nacht ein weiteres gebratenes Reis und machen uns auf die Suche für ein Dessert. Das gute, seit wir wieder Tandem fahren ist, dass wir wieder so richtig Hunger haben, so können wir all die feinen Sachen ausprobieren.
Bei einer Familie die vor ihrem Haus ein Ständli aufgebaut haben, werden wir fündig. Zwei feine Sapodilla Shakes. Sie stellen uns auch noch Bananen und Süssigkeiten in Bananenblätter eingewickelt und gekocht hin, aber unsere Bäuche sind schon zum platzen voll. Beim Gehen geben sie uns die Bananen und die Süssigkeiten in einem Sack mit, gratis! Immer wieder werden wir von der Freundlichkeit der Leute fast überrumpelt!

Kommentare (1)

Nur angemeldete Benutzer können einen Kommentar schreiben.
Hier anmelden oder ein neues Profil erstellen!.

Beat Strickler

Gratuliere, Gruss, CaminoBeat
Siehe http://www.facebook.com/jakobswegperFLYER

Weitere Abenteuer

Alle Abenteuer ansehen